Netflix “Der Fall Asunta”: Die wahre Geschichte hinter der Serie

Bild: MANUEL FERNANDEZ-VALDES/NETFLIX © 2023
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Die Netflix-Serie “Der Fall Asunta” erzählt die dramatischen Ereignisse um den Tod von Asunta Basterra, der ganz Spanien zutiefst erschütterte.

Asunta Basterra, das Mädchen, welches im September 2013 kurz vor seinem Geburtstag brutal ermordet wurde, wäre heute 23 Jahre alt. In den sechs Episoden der True-Crime-Serie “Der Fall von Asunta” mit Candela Peña, Tristán Ulloa und Javier Gutiérrez in den Hauptrollen, dreht sich alles um eines der schockierendsten wahren Verbrechen der spanischen Geschichte.

Die Netflix-Serie “Der Fall Asunta” beginnt damit, dass Rosario Porto (Candela Peña) und Alfonso Basterra (Tristán Ulloa) ihre Tochter Asunta (Iris Wu) am 21. September 2013 als vermisst melden. Wenig später wird die Leiche der Zwölfjährigen am Straßenrand außerhalb von Santiago de Compostela gefunden. Es folgen Ermittlungen, bei denen die Polizisten Cristina Cruces (María León) und Javier Ríos (Carlos Blanco) auf Indizien stoßen, die Asuntas Eltern zu Hauptverdächtigen machen. Auch Richter Malvar (Javier Gutiérrez) ist überzeugt, dass sie für den Mord verantwortlich sind. Der Fall zieht immer weitere Kreise und alle fragen sich, was die Eltern dazu getrieben hat, ihr Kind zu ermorden und was sich hinter der Fassade der vermeintlich perfekten Familie wirklich verbirgt.

Tristán Ulloa als Alfonso, Candela Peña als Rosario, Iris Wu als Asunta in Folge 05 von “Der Fall Asunta”

Wer war Asunta Basterra?

Das Ehepaar Alfonso Basterra Camporro und Rosario Porto Ortega hatte Schwierigkeiten, ein eigenes Kind zu bekommen und beschloss, ein Kind zu adoptieren. Die Wahl fiel auf Asunta, die am 30. September 2000 im Südosten Chinas als Asunta Fang Yong geboren wurde. Das spanische Ehepaar adoptierte das Mädchen im Alter von neun Jahren und brachte es nach Santiago de Compostela in Galicien im Nordwesten Spaniens. Asunta war eines der ersten chinesischen Kinder, die in Galicien adoptiert wurden.

Sie war ein sehr begabtes Kind und schien sich in ihrem neuen Zuhause gut zu entwickeln. Sie übersprang sogar eine Klasse in der Schule, brillierte in Ballett, Geige und Klavier und hatte eine erfolgreiche Zukunft vor sich. Im Jahr 2013 ließen sich ihre Adoptiveltern Rosario und Alfonso scheiden, nachdem Rosario eine Affäre hatte. Nach der Scheidung verschlechterte sich Rosarios Gesundheitszustand und sie litt zunehmend unter Depressionen. Im selben Jahr wurde Asunta im Alter von 12 Jahren mit einer großen Dosis eines Beruhigungsmittels betäubt und erstickt. Es folgte ein zweijähriger Prozess um den Mord an Asunta, der die Gemüter in ganz Spanien erregte und auch heute noch großes Entsetzen hervorruft.

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Der Fall Asunta: Das wahre Verbrechen hinter der Netflix-Serie

Am 21. September 2013 ging gegen 22.30 Uhr bei der Polizei in Santiago de Compostela ein Anruf ein, in dem Alfonso Basterra Camporro und Rosario Porto Ortega ihre 12-jährige Adoptivtochter Asunta Basterra als vermisst meldeten. Etwa drei Stunden später entdeckten Spaziergänger die gefesselte Leiche des Mädchens am Rande eines Feldweges unweit des Landhauses der Familie. Eine intensive Fahndung begann und der Verdacht fiel schnell auf das geschiedene Ehepaar. Die Eltern wurden kurz darauf verhaftet, beteuerten aber ihre Unschuld.

Die Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2013

Rätsel gibt im Fall Asunta die Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2013 auf, in der ein unbekannter Mann versucht haben soll, Asunta in ihrem Bett zu erwürgen. Rosario gab an, den Mann überrascht und in die Flucht geschlagen zu haben, meldete den Vorfall aber nicht der Polizei. Asunta erzählte einer Freundin per WhatsApp von dem Vorfall, äußerte sich aber nicht weiter dazu. Warum die Mutter den Mordversuch an ihrer Adoptivtochter nicht meldete, ist bis heute unklar. Es wird spekuliert, dass Rosario darin verwickelt sein könnte.

In den folgenden Wochen veränderte sich Asunta. Sie litt unter extremer Müdigkeit, hatte Konzentrationsprobleme und schlief sogar während des Unterrichts ein. Asunta erzählte der Schulleiterin, dass ihre Mutter sie zwinge, ein weißes Pulver einzunehmen. Rosario war zu dieser Zeit zutiefst deprimiert. Ende 2023 musste sich ihr Ex-Mann Alfonso fast rund um die Uhr um sie kümmern. Wenige Tage später wurde Asunta tot aufgefunden.

Bei den Ermittlungen griff die Polizei auf Material von zahlreichen Überwachungskameras in der Gegend zurück und entdeckte Widersprüche in den Aussagen der Eltern. Als die Behörden das Landhaus der Familie durchsuchten, kam es zu einem Zwischenfall. Rosario wollte ins Badezimmer, als ein Polizist sie dabei ertappte, wie sie den Inhalt eines Mülleimers entsorgte. In dem Mülleimer befand sich ein Stück Seil, das dem Seil ähnelte, mit dem Asunta gefesselt worden war.

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Festnahme der Eltern

Rosario und Alfonso wurden wegen Mordverdachts verhaftet. Die Gerichtsmediziner fanden in Asuntas Körper eine hohe Dosis des Beruhigungsmittels Lorazepam. Es wurde vermutet, dass es sich bei dem Medikament um das weiße Pulver handelte, von dem Asunta der Lehrerin erzählt hatte und das auch der Grund für ihre monatelange Müdigkeit und Abgeschlagenheit war.

Im Jahr 2015, zwei Jahre nach Asuntas Tod, wurden Basterra und Porto des Mordes für schuldig befunden und zu 18 Jahren Haft verurteilt, die Alfonso Basterra bis heute absitzt. Rosario Porto nahm sich 2020 im Gefängnis selbst das Leben.

Die Frage nach dem Motiv

Das Motiv für den Mord an Asunta ist bis heute unklar. Es gab Gerüchte über eine große finanzielle Erbschaft, die sich jedoch als nicht haltbar erwiesen. Warum Alfonso und Rosario ihre Adoptivtochter ermordeten, ist weiterhin ein Rätsel. Die beiden Eltern beteuerten stets ihre Unschuld.

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