Film Asche auf Netflix: Erklärung vom Ende der Psycho-Romanze

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Der neue Netflix-Hit “Asche” sorgt bei vielen für Verwunderung. Was hat es mit dem Ende auf sich? War das, was sich im Film abspielt Wirklichkeit oder reine Erfindung? Wir haben das Internet nach den besten Erklärungen für das Ende von Netflix’s Asche durchforstet. 

Netflix hat mit dem türkischen Film “Asche” (Original: “Kül”) den nächsten großen Hit gelandet. Der Film handelt von der wohlhabenden Gökce, deren Leben komplett aus den Fugen gerät, als sie beginnt einen Roman zu lesen. Gleich zu Beginn des Films stellt der Erzähler die Frage, was Wirklichkeit und was Fiktion ist. Eine wohldurchdachte Lüge kann wie die Wahrheit erscheinen und manchmal kann die Realität wie ein Traum wirken. Dieser Gedanke zieht sich quer durch den Film Asche. Immer wieder fragt man sich, was denn nun echt ist und was frei erfunden. Am Ende des Films weiß man schließlich gar nicht mehr, was man denn nun eigentlich glauben soll.

Netflix “Asche”: Zusammenfassung

Gökce lebt ihre Fantasie als sie Metin alias M kennenlernt, der wie im Buch beschrieben, auch Tischler in Balat ist, diesselben Tätowierungen hat und noch dazu eine romantische Dachterrasse mit herrlichem Ausblick über Istanbul besitzt. Im Laufe des Film entwickelt sich die Beziehung zwischen den Beiden vom schüchternen Flirt zu einem aggressiven Liebesspiel. Zwischen ihnen stehen aber Geheimnisse, die Gökce nicht ignorieren kann. Als Gökce das Buch zu Ende gelesen hat, findet sie heraus, dass die weibliche Figur in der Geschichte tot ist und M ihr Mörder ist. Warum sollte das nicht der Wahrheit entsprechen, wo doch der Rest der Geschichte so genau der Wirklichkeit entspricht? Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die Frau über ihren Tod schreiben konnte, wenn sie doch tot wäre?

Gökce weiß nicht mehr zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden und steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch. “Ich bringe alles durcheinander”, sagt sie zu M. Noch am selben Tag gibt Gökce ihrem Mann das Manuskript zurück und meint, es mit es sei nicht zur Veröffentlichung geeignet. Es sei schlecht geschrieben, “überdramatisch” und das Ende sei “einfach langweilig”. Kenan weiß, dass das Buch etwas mit dem veränderten Verhalten seiner Frau zu tun hat, also liest er es und erfährt schnell, was passiert ist.

Kenan geht noch einen Schritt weiter und findet die Adresse heraus, von der das Buch vor einem Jahr verschickt wurde. Eine Frau namens Reyhan Akkaya öffnet ihm die Tür und behauptet, nichts von dem Buch zu wissen. Sie verrät aber, dass ihre Schwester Duygu damals bei ihr gewohnt hat.Wie im Buch ist Duygu tot, aber die Umstände ihres Todes sind unbekannt. Kenan erzwingt eine Konfrontation zwischen ihm, Gökçe und Metin in ihrem Haus, nachdem er den Schreiner gebeten hat, ein Bücherregal zu liefern. Beim gemeinsamen Abendessen kommt schließlich einiges ans Licht.

Das Ende von Asche

Kenan wirft Gökce vor, unter Fiktionophilie zu leiden, einer psychischen Störung, bei der man sich in eine fiktive Person verliebt. Er enthüllt auch, dass Metin Duygo dazu gebracht hat, sich in ihn zu verlieben und dann mit ihrer Schwester geschlafen hat, was ihr das Herz gebrochen hat und sie  ihn infolgedessen für ihren Tod verantwortlich gemacht hat. Gökce fragt Metin direkt, ob er sie getötet habe. M. ist wütend über diese Anschuldigung. Er erzählt, dass Duygu von ihm besessen gewesen sei und dass sie mehrmals versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Die beiden Männer fangen schließlich an zu streiten und entwickelt sich ein heftiger Kampf. Gökce ist sichtlich erschüttert und bleibt ruhig am Tisch sitzen. Es scheint so, als sei sie von der Realität abgeschnitten und nicht sicher, ob das, was sich vor ihren Augen abspielt, überhaupt real ist. Ob real oder nicht, Kenan und Metin stürzen in den Swimmingpool, immer noch kämpfend, bis Metin den anderen Mann mit einer Glasscherbe ersticht. Wir nehmen an, dass er tot ist.

Im Istanbuler Viertel Balat spielen einige Szenen des Films “Asche”. Credit: Pixabay

 

Die Szene endet und wir hören dieselben Worte wie zu Beginn des Filmes: Was ist Realität und was ist Fiktion?
Inzwischen wissen wir, dass es sich bei der Person, die diese Worte spricht, um Taner Alpar handelt, einen Schriftsteller, den wir zu Beginn des Films auf der Feier zum zehnten Hochzeitstag von Gökce und Kenan gesehen haben. Er stellt sein neues Buch vor – “Asche” (“Kül”).

War alles nur Fiktion?

Bei seiner Buchpräsentation meint er: “Die Realität könnte eine Lüge sein, die sich jemand ausgedacht hat”. Jemand aus dem Publikum fragt, warum er seine Hauptfigur durch Selbstmord sterben lässt. Er verweist auf den Roman Anna Karenina von Leo Tolstoi aus dem Jahr 1878, in dem die Protagonistin dasselbe Schicksal erleidet. Ein anderer Zuhörer fragt ihn nach seinem Schreibprozess und seinen Quellen. “Ich habe gemerkt, dass ich zu viel über mich selbst schreibe”, antwortet er in Anlehnung an Kenans Worte zu Beginn des Films. In der ersten Reihe sehen wir Alpars Frau (und Gökçes Freundin) lächeln.

In der letzten Szene des Films sehen wir Gökçe am Bahnhof. Ob sie springen wird wie Anna Karenina? Diese Frage steht im Raum, als das Bild schwarz wird und Asche endet. Was bedeutet dieses Ende? Darüber gibt es einige Spekulationen.

Und dann ist da noch die letzte Szene. Springt Gökce nun oder nicht? Da sie ihren Sohn an der Hand hält, ist es eher auszuschließen, dass sie springt. Glaubt man den Ereignissen des Films, ist ihr Mann tot und sie beginnt ein neues Leben – allerdings eines ohne Metin.

Netflix Asche – Erklärung vom Ende

Hier sind die besten Erklärungen für das Ende des neuen Netflix-Hits Asche.

Theorie 1: Alles entspricht der Wahrheit

Die plausibelste Erklärung für das Ende ist, dass alles, was wir gesehen haben, der Wahrheit entspricht. Duygu schickte das Buch vor ihrem Selbstmord an den Verlag und löste damit eine Reihe von Ereignissen aus, die zu Gökces und Metins Affäre und Kenans Tod führten. Gökce vertraute ihrer Freundin, die gleichzeitig die Ehefrau von Autor Taner Alpar ist, einige Details an. So konnte sie ihren Ehemann mit Schreibstoff versorgen. Den Rest dürfte er aus den Medien erfahren haben. Taner Alpar hat die Geschichte letztlich genutzt, um ein neues Buch zu schreiben. Schließlich interessiert sich Alpar für wahre Geschichten, denn er hat seine ganze Karriere damit verbracht, seine eigenen Geschichten zu erzählen. Auf der Jubiläumsfeier sagte er, dass er sich von Zeitungsgeschichten inspirieren lasse. Das Lächeln seiner Frau und die versteckte Anspielung auf Kenans verletzende Kommentare über sein Schreiben während der Buchvorstellung könnten darauf hindeuten, dass er sich an den beiden rächen wollte.

Theorie 2: Die Geschichte ist teils erfunden

Taner wurde wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad von der Realität beeinflusst, und es ist möglich, dass sich Gökce und Kenan nach einer außerehelichen Affäre trennten. Vielleicht las Taner in der Zeitung von einem Zimmermann, der eine Frau ersticht, und beschloss, die beiden Geschichten in seinem ersten fiktionalen Werk zu verschmelzen. Vielleicht kam ihm die Idee, einen Roman aus Gökces Perspektive zu schreiben, nachdem er auf der Jubiläumsfeier die Einsamkeit in ihren Augen gesehen hatte. Wenn er tatsächlich über Gökces Affäre schrieb, war das eine gewagte Entscheidung, aber vielleicht war es eine Entscheidung, die er traf, nachdem Kenan ihm vorgeschlagen hatte, über andere Menschen zu schreiben. In Taners Buch steht, dass Gökce nach dieser tragischen Nacht Selbstmord begangen hat, aber wir wissen nicht, ob sie wirklich aus Liebeskummer gestorben ist. Vielleicht war das Ende symbolisch und deutete auf die tragischen Auswirkungen hin, die ihre Beziehung auf sie hatte.

Theorie 3: Alles ist frei erfunden

Natürlich ist es auch denkbar, dass der ganze Roman frei erfunden und die ganze Geschichte eine Übertreibung von Teilen der Realität ist. Das Ende des Films lässt viele Möglichkeiten offen. Und da in der Welt von Asche die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen, ist alles möglich.

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