"Ewiges" Leben: Immer mehr lassen sich nach dem Tod einfrieren

"Ewiges" Leben: Immer mehr lassen sich nach dem Tod einfrieren

Viele Menschen sind fest davon überzeugt sich nach ihrem Tod einfrieren zu lassen, um Jahre später wiederauferstehen zu können.  Sie alle hoffen auf eine bessere Zukunft oder auf eine spätere Heilung jener Krankheit, an der sie gegenwärtig zu leiden haben. Die sogenannte Kryonik, die Kältekonservierung von Organen und ganzen Organismen – soll das zweite Leben nach dem Tod ermöglichen. Bislang sollen knapp 1.000 Menschen mit speziellen Firmen einen Vertrag abgeschlossen haben, um sich einfrieren und zu einem festgelegten Termin wieder auftauen zu lassen.

Deutscher Mathematiker plant seine Wiedergeburt

Einer jener Menschen die sich nach ihrem Tod einfrieren lassen möchten ist der Münchner Mathematiker Torsten Nahm. Er hat bereits einen Vertrag mit der „Alcor Life Extension Foundation“ im US-Bundesstaat Arizona abgeschlossen, in dem sein Vorhaben genau festgelegt ist. Im unheilbaren Krankheitsfall will er sich nach seinem medizinischen Ableben der Tiefkühlung unterziehen. Er hält es für möglich, nach dem Einfrieren wieder aufgetaut zu werden und anschließend ein normales Leben weiterzuführen zu können. Geleitet wird er dabei von der Hoffnung, dass in ferner Zukunft die Wissenschaft in der Lage ist Alterungsprozesse zu stoppen und bislang unheilbare Krankheiten wie Krebs oder HIV bewältigen zu können.

Leichen werden in speziellen Containern konserviert © Photo courtesy of Alcor Life Extension Foundation

Frotschutzmittel statt Blut: So funktioniert das eisige Grab

Wie der Prozess der Kryonik vonstatten ergeht ist mehr als erschreckend. Dennoch sind sich viele „Einfrier-Kandidaten“ sicher, dass eine spätere Wiederauferstehung möglich ist. Unter ihnen befinden sich auch die Eltern der kleinen Matheryn aus Thailand, die im Alter von nur zwei Jahren an einem aggressiven Gehirntumor starb. Trotz zahlreicher Operationen hatte sich der Zustand des Mädchens immerzu verschlechtert. Ärzte legten den  Eltern schließlich nahe lebenserhaltende Instrumente abzuschalten. Als Matheryn verstarb ließen die Eltern den Körper der Toten einfrieren – in der Hoffnung, dass ihr Kind in Zukunft geheilt und somit ein zweites Leben geschenkt bekommen würde.

Die zweijährige Matheryn wurde nach ihrem Tod eingefroren © Screenshot Facebook

Allen Menschen die sich der Kryonik unterziehen wird das Blut aus dem Körper entnommen und mit Organschutzlösung und Frostschutzmittel ausgetauscht. Dies sei Wissenschaftlern zufolge notwendig, da sich beim Einfrieren sonst Eiskristalle im Körper bilden. Diese würden andernfalls sämtliche Zellen zerstören und das Auftauen unmöglich machen. Der Körper würde regelrecht zu Matsch werden. Gekühlt wird auf eine Temperatur von Minus 196 Grad.

Problemloses Auftauen ungewiss

Einfrieren lassen kann man sich bei der Alcor Life Extension Foundation für 200.000 Dollar. Gewährleistet wird dabei die minimale Chance auf nahezu ewiges Leben. Wird lediglich der Kopf eingefroren liegen die Kosten bei 80.000 Dollar. Eine Garantie, ob das Auftauen problemlos verlaufen wird oder gar möglich ist, gibt es nicht. Die Kryonik steckt noch in den Kinderschuhen, weshalb erst in frühestens 30 Jahren mit dem Auftauen begonnen werden könne. Michael Saxer, Gründer von „Biostasis und Kryonik in Europa“ meint, dass beispielsweise ein Mensch, der mit 30 oder 40 Jahren an Krebs stirbt, in etwa drei Jahrzehnten reanimiert werden und anschließend seine normale Lebensspanne weiterleben könnte. Abhängig sei dies jedoch davon, wann die Wissenschaft letztlich soweit sein wird um bestimmte Krebsarten tatsächlich auch heilen zu können. Bei Menschen, die in einem hohen Alter kryonisiert werden, dürfte sich der Prozess in die Länge ziehen. Die Chancen darauf, wieder reanimiert werden zu können, werden aktuell nicht gerade hoch beziffert. Michael Saxer spricht von einer Wahrscheinlichkeit von einem bis fünf Prozent.

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